Wasser findet immer seinen Weg

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Manchmal ist es, als ob einem sprichwörtlich der Himmel auf den Kopf fällt. Der Regen prasselt so stark herunter, dass man meint, unter der Dusche zu stehen. Ein natürliches Ereignis, vor allem bei den Gewitterregen des Sommers, dem die menschlichen Behausungen nicht immer gewachsen sind. Keller laufen voll, Tiefgaragen werden überflutet, auf der Straße steht das Wasser und an den tiefsten Stellen der Wiesbadener Innenstadt drückt das Wasser die Kanaldeckel aus ihrer Fassung. Besonders ärgerlich ist es, wenn der Keller mit Wasser vollgelaufen ist. Was tun?

Ralf Schmidt, Brandamtmann der Wiesbadener Feuerwehr, hat ein paar Tipps parat. "Auf jeden Fall erst einmal Ruhe bewahren. Denn ist das Wasser erst einmal im Keller, dann wird der Schaden nicht wesentlich dadurch gemindert, dass es gleich wieder rausgepumpt wird", sagt Schmidt.

Zuerst gelte es, die elektrischen Sicherungen zu entfernen, wichtige und wertvolle Gegenstände, zum Beispiel Akten oder Möbel, in höhere Stockwerke zu bringen. Grundsätzlich solle man nicht in Panik verfallen, wenn die Feuerwehr nicht gleich auftauche. "Wir arbeiten die Fälle nach Eingang und Wichtigkeit ab. Wo Menschen gefährdet sind, fahren wir zuerst hin", so Schmidt.

Baufachleute helfen

Wer sich wirkungsvoll schützen will, muss bauliche Veränderungen von Baufachleuten vornehmen lassen. Nur beschränkten Schutz böten Sandsäcke. "Wer öfter Wasser im Keller hat, kann sich Sandsäcke bereitlegen", so Schmidt. Sicheren Schutz böten diese aber nicht. "Das Wasser findet immer seinen Weg." Skeptisch steht Schmidt dem Auspumpen der Keller in Eigeninitiative gegenüber. Das könne sogar gefährlich werden, wenn das Wasser außerhalb des Hauses höher als im Haus stehe. Dann wirke ein großer Wasserdruck auf die Mauern des Haus ein, der im Extremfall sogar zum Einsturz führen könne.

Wie sieht es mit der Haftung aus, wenn der Keller vollgelaufen ist? "Grundsätzlich muss der Vermieter die Kosten für das Auspumpen sowie die Instandsetzung des Kellers tragen", sagt Christa Wülfrath, Rechtsberaterin beim Mieterschutzbund Wiesbaden und Umgebung. Solange der Keller nicht nutzbar ist, kann der Mieter Mietminderung geltend machen. Wülfrath geht von etwa vier Prozent der Miete aus. Schadenersatz für im Keller gelagertes Eigentum muss der Vermieter nur dann zahlen, wenn er den Wassereinbruch verschuldet hat, vorgeschriebene Schutzvorrichtungen, zum Beispiel eine Rückstausicherung im Kanal, nicht eingebaut war. "Ein solches Verschulden muss der Mieter aber nachweisen." Bei Starkregen, wie in den vergangenen Tagen, komme es trotz Schutzmaßnahmen zu Kellerüberflutungen. "Das ist höhere Gewalt." Wülfrath rät, bevor man sich mit dem Vermieter in die Haare gerät, zu prüfen, ob der Wasserschaden durch die Hausratversicherung abgedeckt ist.

Quelle: Wiesbadener Kurier